Zeitmanagement

Von: Patrick Rösling | 15. 04. 2008

Gutes Zeitmanagement, so heißt es, ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreich absolviertes Studium. Klingt logisch – gilt es doch für die meisten nicht nur Lehrveranstaltungen, Hausarbeiten und Klausuren, sondern mindestens noch einen Nebenjob unter einen Hut zu bekommen.


[Fotografie: a2gemma | Lisamarie Babik (Flickr)]

Sprachwissenschaftlich betrachtet ist Zeitmanagement eine Komposition, zusammengesetzt aus den Bausteinen »Zeit« und »Management«. Wortteil eins, die »Zeit«, ist bekanntermaßen die Abfolge allen Geschehens – beständig fortschreitend, unaufhaltsam. »Management« wiederum geht auf den lateinischen Begriff »Manus« für »Hand« zurück. Gutes Management kann als die Kunst betrachtet werden, Dinge richtig zu »hand«-haben bzw. richtig zu »hand«eln.

Wie aber etwas handhaben, das wie die Zeit immateriell und damit nicht greifbar ist? Zeit lässt sich bekanntlich weder aufhalten noch umleiten, nicht zurückdrehen, dehnen oder stauchen. Wie also lässt sich Zeit managen, also handhaben – ohne einem durch die Finger zu rinnen? Der Trick besteht darin, alles Anfallende im vorgegebenen Zeitfenster so zu ordnen und abzuarbeiten, dass nichts Wichtiges auf der Strecke bleibt. Gar nicht so einfach, angesichts eines beachtlich angewachsenden Bergs unerledigter Aufgaben.

»Zeit sparen heißt nein sagen« erläutert Ute Zander, Diplom-Psychologin und Lehrbeauftragte am Department Information. »Der Umgang mit Terminen und Zeitplänen ist eigentlich ganz einfach: Der Tag hat 24 Stunden – mehr gibt es nicht zu verteilen.« Laut der Psychologin ist es wichtig, sich rechtzeitig mit der Zeitplanung auseinanderzusetzen.

Es gibt diverse Methoden, welche dem gequälten Studenten bei der Priorisierung und Einteilung seiner unerledigten Aufgaben helfen können. Zwei bekannte sind die »Eisenhower-Methode« und die »ABC-Analyse«. Bei beiden Praktiken werden die anstehenden Aufgaben hinsichtlich ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit analysiert und anschließend in absteigende Hierarchie-Stufen eingeteilt. Bei Aufgaben, die sowohl von geringer Dringlichkeit als auch geringer Wichtigkeit sind, gilt: Abstand halten!  Diese werden in die Ablage oder sogar den Papierkorb verfrachtet. In der Arbeitswelt werden solche Aufgaben häufig delegiert, was als Student jedoch in den seltensten Fällen möglich ist.

»Trotzdem«, rät Zander, »muss man sich doch vor Augen halten, dass in Stress-Zeiten einige Dinge wegfallen oder auf Sparflamme laufen müssen.« In den meisten Fällen sei nicht bei jeder Aufgabe 100 Prozent Leistung vonnöten. Glaubt man der so genannten 80/20-Regel, auch Pareto-Prinzip genannt, sind ohnehin zumeist 20 Prozent der anstehenden Aufgaben so entscheidend, dass sie bereits 80 Prozent des Gesamterfolges ausmachen. Die restlichen 20 Prozent verteilen sich dann wiederum auf die verbleibenden 80 Prozent der Aufgaben. Die Expertin rät daher abzuwägen, wie viel Energie oder Aufwand für das jeweils angepeilte Ergebnis am Ende wirklich nötig ist.

Auf den Uni-Alltag bezogen heißt das: Wie kann die angepeilte Leistung erreicht werden? Und dabei möglichst effektiv vorgegangen werden? Der geschickte Einsatz der oben angeführten Strategien hilft schon zu verhindern, dass die liegen gebliebene Arbeit irgendwann bedrohlich als Damokles-Schwert über dem überforderten Haupt schwebt. Wer sich mit Zeitmanagement trotzdem überfordert fühlt, kann sich auch professionell coachen lassen.

Auch die Studienberatung der HAW Hamburg bietet einschlägige Kurse an.

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