Aus dem Internet zitieren

Von: Sebastian Metcalfe | 22. 09. 2008

In Sachen zitieren sind mir während meines Studiums zwei Dinge aufgefallen: Zum einen beziehen Studenten ihre Informationen vermehrt aus Internetquellen, zum anderen verwendet jeder Student dabei seine eigene Schreibweise, mit der das Zitat und damit die Herkunft des Gedankens im Literaturverzeichnis belegt werden soll.

Bleiben wir zunächst bei der ersten Beobachtung, der vermehrten Nutzung des Internets als Werkzeug der Recherche. Die zunehmende Nutzung einer Internetsuchmaschine für die Recherche ist – wie ich finde – eine verständliche Entwicklung, da nicht nur die Menge, sondern mittlerweile auch die Qualität der Informationen im Internet stetig steigt. Allerdings wurde ich während des Studiums in Präsentationen, Handouts und Hausarbeiten so manches Mal mit sehr zweifelhaften Quellenangaben konfrontiert, an denen erkennbar war, wie wenig reflektiert teilweise mit Informationen umgegangen wird. Die abgeleiteten Schlussfolgerungen aus entsprechenden Quellen waren häufig dünn, und die Zuhörerschaft bzw. Leserschaft nahm die Inhalte unbeeindruckt zur Kenntnis. Keine Grundlage für eine spannende Diskussion (siehe hierzu den Artikel Horrorvorträge). Ich wünschte mir im Umgang mit Informationen viel mehr Reflexion.

Insgesamt lassen sich im Internet gute Informationen zu einzelnen Themen finden, die durchaus in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet werden können. Speziell zu technischen und aktuellen Themen ist das Internet häufig unschlagbar. Jeder Student sollte sich jedoch vergegenwärtigen, dass mit steigender Qualität einer Information deren Wert proportional zunimmt, so dass sich der Urheber einer hochwertigen Information meistens für eine Publikationsform entscheidet, die ihm Geld einbringt. Sprich, sehr gute, wissenschaftlich brauchbare Informationen sind häufig nicht kostenlos im Internet zu finden. Daher ist es ratsam, sich neben der Internetsuchmaschine und den Social-Bookmarking-Diensten weiterhin mit speziellen (kostenpflichtigen) Datenbanken und der Bibliothek zu beschäftigen, sofern man mit der eigenen Arbeit ein erstklassiges Ergebnis erzielen und seine Zuhörerschaft nicht langweilen möchte.

Aber was ist mit der Ansetzung eines Zitates einer Internetquelle im Literaturverzeichnis? Die DIN-Normen, die sich mit Zitierregeln und dem Literaturverzeichnis befassen, enthalten leider noch keinen Standard für das Zitieren aus Internetquellen, was erklärt, warum jeder Student es so macht wie er es für richtig hält. Trotzdem gibt es Kriterien, die bereits für das Zitieren aus elektronischen Quellen vorgeschrieben werden. Mindestens der Nachweis des Urhebers, der Titel der Information, das Entstehungsdatum bzw. Zugriffsdatum und eine eindeutige Adresse (URL) müssen angegeben werden.

Wie das Ganze vernünftig auszusehen hat, ist leider nicht definiert. Deshalb hier nun der Versuch, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und Ansetzungen von Internetzitaten in eine treffende und ansehnliche Form zu bringen. Nach Rücksprache mit Professor Schmidt aus dem Departement Information sind die folgenden Beispiele mustergültig und somit geeignet, das eigene Literaturverzeichnis einheitlich und eindeutig zu gestalten.

Beispiel 1

Der Autor des Textes ist klar erkennbar:

Metcalfe 2008
Metcalfe, Sebastian: Aus dem Internet zitieren [online]. In: info-parkour.de. – URL: <http://www.info-parkour.de/Lesen.73.0.html?&tx_fkipas_pi1[showUid] =140&cHash=7d9dab4879> [zit. 2008-09-02]

Erklärung zu Beispiel 1:

Name des Autors und Jahreszahl (diese Kurzform ist nicht zwingend erforderlich, aber erleichtert die Übersicht!)
Name Autor, Vorname Autor: wenn vorhanden, Titel des Textes, sonst Name der genauen Seite : und/oder Untertitel [online]. In: Name der Publikation in kursiv. Ort und ursprüngliches Veröffentlichungsdatum (optional; geht aus dem Impressum hervor) – URL: <http://…> [zit. Zugriffsdatum]

Beispiel 2

Der Autor des Textes ist nicht klar erkennbar:

HEP 2008
Hamburg Innovation GmbH: Hamburger Existenzgründungs Programm : Gründerjobs [online]. Hamburg : HEP, 2005. – URL: <http://www.hep-online.de/cms/?page=de.1120741633_202> [zit. 2008-09-02]

Erklärung zu Beispiel 2:

Name des Herausgebers und Jahreszahl (diese Kurzform ist nicht zwingend erforderlich, aber erleichtert die Übersicht!)
Name des Herausgebers: wenn vorhanden, Titel des Textes, sonst Name der Seite : und/oder Untertitel [online]. Ort und ursprüngliches Veröffentlichungsdatum (optional; geht aus dem Impressum hervor) – URL: <http://…> [zit. Zugriffsdatum]

Anmerkung

Bezogen auf das zweite Beispiel merkte Herr Professor Schmidt Folgendes an:

Es sollte die Kleinschreibung der Abkürzung »hep« ignoriert werden, da man das als typografisches Styling interpretieren kann – im Sinne einer dokumentarischen Vereinheitlichung kann also getrost als Einordnungsformel groß »HEP« geschrieben werden.

Wenn es keine/n Autoren gibt, dann muss der verantwortliche Herausgeber ran. Es sollte der Urheber der Website aus dem Impressum genannt werden: »Hamburg Innovation GmbH:« – der Titel der zitierten Seite ist zweigeteilt: »Hamburger Existenzgründungs Programm : Gründerjobs«; dann kann (muss aber nicht) eine »Verlags«-Angabe mit dem Ort und ursprünglichen Veröffentlichungsdatum hinzugefügt werden (findet sich im Impressum): »Hamburg : HEP, 2005«.

Wir empfehlen, das Zitierdatum nicht hinter den Titel, sondern hinter die URL zu setzen. In der Form wie nach DIN: JJJJ-MM-TT.

[September 2008]

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