Kultur re-mixed

Von: Marc-Alexander Holtz | 23. 10. 2008

Seitdem das Projekt info-parkour.de, das Magazin für digitale Feldarbeit an der Fakultät für Design, Medien und Information (DMI), sich erstmals an den Departments innerhalb der OE-Woche vorgestellt hat, erhält die Redaktion vermehrt studentisches Feedback und Anfragen. Anfragen im Hinblick auf Mitarbeit am Magazin. Doch steht der Motivation und Neugierde oft die eigene Unsicherheit im Weg.

Der Wille, dem Magazin etwas beizusteuern, das heißt, durch Video- oder Textbeiträge sich aktiv an dem Projektaufbau zu beteiligen, ist vielfach vorhanden, doch ist andererseits kaum jemand bereit, den nächsten Schritt zu gehen und seine Hilfe anzubieten, da er oder sie nicht wissen, ob sie den Ansprüchen der Redaktion genügen. Das ist den Anfragen zu entnehmen. Und beinahe wäre das ein Problem.

Die Lösung kommt von den Erstsemestern selbst bzw. von Rena Bhasin, neue Studentin im Studiengang Medien und Information: Sie schließt sich per Mail mit ihren Kommilitonen kurz und nimmt schriftlichen Kontakt zur Redaktion auf. Sie bittet dieselbe um Informationen, welche Hilfe und Unterstützung ganz konkret benötigt werden und welche Aufgaben bei einer Mitarbeit zu lösen sind. In der Redaktion ist nach kurzer Besprechung klar: Diese Gruppe von Erstsemestern besitzt den eigenständigen Willen, sich zu engagieren – und dieses Projekt ist darauf stark angewiesen. Die Personaldecke der Redaktionstruppe info-parkour.de ist dünn. Aufgaben bleiben ungelöst oder die Lösungen verzögern sich. Mitunter Monate. Darum haben Bhasin und ihre Kommilitonen umgehend das Angebot erhalten, sich zu einem persönlichen Gespräch mit den Redaktionsverantwortlichen zusammenzusetzen, in dem man alle offenen Fragen ob der Voraussetzungen für eine Mitarbeit klärt. Mit dem Termin sollen auch etwaige Begegnungsängste abgebaut oder Ideen und Interessen ausgetauscht werden. Erstsemester haben einen noch ganz anderen Blick auf das Studium als etwa die Studenten der höheren Semester. Und der Redaktion ist aus Erfahrung bekannt, dass Motivation, Aufmerksamkeit oder der Wille, sich zu beteiligen, wenn sie erst einmal missachtet werden, schnell zerstört sind. Bei einigen geht diese Motivation, sich zu engagieren, bereits vor Ende des ersten Semesters wieder verloren.

Der erste Termin zum Kennen-lernen ist dann ein Erfolg: Knapp 20 Erstsemester-Studenten aus dem Studiengang Medien und Information machen von dem Angebot Gebrauch, an der Sitzung zur Heranführung an den Park teilzunehmen und klären ihre Fragen. Das Department Information stellt die Räumlichkeit. Am Berliner Tor zeigt man auf diese Art Begeisterung für das studentische Engagement. Mit der Schlüsselübergabe bzw. Bereitstellung des Raumes beweist die Departmentsleitung und die Verwaltung insbesondere eines: Vertrauen. Vertrauen in das Projekt und in die Studenten. Auch der FSR hat sein Sitzungszimmer alternativ angeboten. Es war am Ende zu klein. Neben den Erstsemestern erscheinen an jenem Abend noch zwei Bachelor-Studenten, ein Master-Student und eine Diplom-Studentin. Im Laufe der Sitzung fragt man sie nach ihren Erfahrungen mit der Redaktion des info-parkours. Das Projekt-Ziel, Erfahrungen und Wissen zwischen Studenten der höheren als auch unteren Semester auszutauschen, scheint vor Ort zu gelingen. Man tauscht sich auch aus über das eigene bzw. anstehende Studium, Professoren, Inhalte, Auslandssemester oder die Wahl des Masterstudiengangs. Die Sitzung dauert knapp zwei Stunden. Ein Einziger geht während des Abends auf Toilette und entschuldigt sich noch dafür. Es wird gelacht. Ein Zweiter muss frühzeitig den Raum verlassen, auch er will sich entschuldigen. Man begegnet sich scheinbar mit ernsthaftem Respekt gegenüber einander. Die Zeit ist trotz der angesetzten zwei Stunden dennoch viel zu knapp, um alle im Raum stehenden Fragen ausführlich zu beantworten, jeden zu Wort kommen zu lassen, der etwas zu erzählen oder etwas zu fragen hat. Die meisten der Anwesenden besitzen keine Erfahrungen in der Redaktionsarbeit, haben also niemals redaktionelle Texte verfasst, geschweige denn Videos gedreht oder solche publiziert und einem Publikum zur Verfügung gestellt. Deshalb die Unsicherheit, den Kontakt zur Redaktion aufzunehmen, Unterstützung bzw. Mitarbeit anzubieten. Die Neugier, sich der noch unbekannten Herausforderung zu stellen, ist bis hier vorhanden. Das ist Lust zu lernen.

Weitere Termine folgen, um die Interessierten für die Inhalte und Aufgabenstellungen im info-parkour zu sensibilisieren, aber auch um weiter zu begeistern. Inzwischen hat sich die erste Dozentin auf Wunsch der Erstsemester zu einer der zukünftigen Sitzungen des Parks angemeldet oder anders: die Einladung bestätigt. Sie wird den Kommilitonen von ihren journalistischen Seminaren im Studiengang und von ihren Erfahrungen als Journalistin berichten. Ferner ist ein weiterer Abend mit Bachelor-Studenten der so genannten höheren Semester und auch mit Absolventen geplant, um den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer weiter zu aktivieren. Das Projekt info-parkour.de verfolgt viele Ziele. Eines ist die Genese, Reaktivierung und ein sinnvoller Ausbau der Campus-Kultur. Auch die Lehre soll wieder Spaß machen. Noch konkreter wird es in den wöchentlichen Mailings an die Studenten der gesamten Fakultät: »Der Park: Ausflugsziel mit Heilklima bei jedem Wetter. Mit großem Spaß schuften hier Menschen, die es sich zur Aufgabe machten, das einzigartige Potenzial von Studenten in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Für die Bürger der Fakultät DMI wollen wir die gesamte Parkanlage qualitativ aufwerten. Unser Ziel ist es, dass sich der Große Garten im internationalen Vergleich messen kann.«

Für die nächsten Termine, die unter dem Titel »KOLLISION« (siehe Kalender) stattfinden und sich jeweils einem ausgewählten Thema (Textarbeit, Auslandsemester, Studium etc.) widmen, ist eine Anmeldung notwendig. Die Räumlichkeit wird dann den Teilnehmern per E-Mail bekannt gegeben. Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen. Studenten aller Departments sind eingeladen, teilzunehmen. Die Termine hängen ab von der Eigeninitiative der Studenten selbst. Die Termine werden auf Anfrage ab einer Gruppe von zehn Personen von der Redaktion des info-parkours organisiert. Bei Interesse, Themenwünschen oder für die Anmeldung zu einem bereits bekannten Termin bitte eine E-Mail an holtz{ ÄT }info-parkour.de. Auf Wunsch besuchen wir auch die Seminare der Lehrenden.

[Oktober 2008]

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