Gehaltsverhandlung
Von: Tim Kinkel | 17. 02. 2009Das Studium wurde erfolgreich abgeschlossen, der Arbeitsmarkt bezüglich attraktiver Jobangebote durchforscht. Nun stehen die ersten Bewerbungsgespräche an. Und damit auch die ersten Gehaltsverhandlungen. Wer dabei seinen eigenen Marktwert nicht kennt, degradiert sich selbst schnell zum »Schnäppchen«. Und wird unzufrieden.

[Fotografie: Ronald Leine | Quelle: AboutPixel]
Über Geld zu diskutieren, ist unangenehm. Wer welches verdienen möchte, wird es jedoch müssen. Deshalb ist es von Bedeutung, sich auf die bevorstehenden Gehaltsverhandlungen nach dem Studium vorzubereiten. Die Personaler in den Unternehmen werden vorbereitet sein und wenn sich eine kompetente Arbeitskraft zu günstigen Konditionen anbietet, nicht lange zögern und zugreifen. Die Folgen: Unzufriedenheit, Motivationsverlust, Selbstzweifel. Doch was darf, was sollte verlangt werden? Was sind die erlernten Kompetenzen wert? Und wie sollten die Gehaltsvorstellungen kommuniziert werden?
Um weder zu viel noch zu wenig Geld für die eigene Arbeitsleistung zu fordern, sollten im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs Informationen darüber eingeholt werden, welchen Marktwert die Summe der vorzuweisenden Erfahrungen und Kenntnisse ergibt. Man wird Zahlen nennen müssen und damit nicht nur aussagen, was für die Finanzierung der persönlichen Lebensführung angebracht erscheint. Eine realistische, für die angeeigneten Fähigkeiten angemessene Lohnforderung signalisiert Selbstbewusstsein, die Überzeugung von der eigenen Qualität, Vertrautheit mit den für die zu besetzende Position üblichen Gehältern. Die Möglichkeit, einen Gehaltscheck durchzuführen, sowie weitere Informationen zum Thema Einkommen gibt es beispielsweise hier:
- Gehalts-Check.de (kostenloser Gehaltscheck)
- jobpilot.at (kostenloser Gehaltscheck)
- Focus.de (Gehaltsanalyse)
- Sueddeutsche.de (Brutto-Netto-Gehaltsrechner)
- Personalmarkt.de (kostenpflichtige Gehaltsanalyse)
- Steuernetz.de (Brutto-Netto-Gehaltsrechner)
- Hochschulanzeiger (kritische Bewertung von Gehaltschecks)
- CareerService-Info-Veranstaltung (Gehalt und wirtschaftliche Themen des Berufsstarts)
Neben dem Bewusstsein für den individuellen Marktwert können weitere Faktoren zu einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung beitragen. Etwa der Zeitpunkt, zu dem sich das Gespräch um die gewünschten Einkünfte dreht. Hierbei ist es sinnvoll, dessen Bestimmung dem Personaler zu überlassen. Bietet der potenzielle Arbeitgeber eine zu niedrige Summe, gilt es, nicht zu resignieren und Beständigkeit darzulegen. Es heißt nicht umsonst GehaltsVERHANDLUNG. Standhaft seinen Standpunkt zu argumentieren zeugt von der Qualität, sich Herausforderungen zu stellen und nicht bei den ersten Anzeichen von Gegenwind aufzugeben. Ein Kompromiss könnte sein, die Bitte um eine Neuverhandlung nach der Probezeit zu äußern, um den Einstieg in das Berufsleben zu meistern und sich die Option offen zu halten, nach Ablauf dieses Zeitraums mit einer besseren Verhandlungsposition erneut ins Gespräch zu gehen. Eventuell kann eine Übereinkunft auch über das Entgegenkommen des Unternehmens in Form von Zusatzleistungen getroffen werden. Betriebsrenten, Aktienoptionen oder erfolgsabhängige Prämienmodelle können sinnvolle Alternativen zu einem höheren Gehalt darstellen.
Bei einer Gehaltsverhandlung ist jedoch nicht nur von Bedeutung, den persönlichen Marktwert definiert zu haben, sondern darüber hinaus entscheidend, wie dieser kommuniziert wird. Hierbei sollte man sich nicht scheuen, das Kind beim Namen zu nennen, dabei aber sachlich und emotionslos zu argumentieren. Den Personaler interessieren nicht die privaten Ausgaben für den Sportverein, das geleaste Auto oder angesammelte Schulden aus Studienzeiten. Er verteilt auch keine Almosen, sondern offeriert die Vergütung für eine Arbeitsleistung. Und diese gilt es zu verkaufen, nicht zu verschenken.

noch keine Kommentare