Studium

Zotero

Veröffentlicht am 16. März 2010

Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehören fundierte Quellen – und ihr korrekter Nachweis. Weil Quellen zu referenzieren aber eine der weniger spannenden Tätigkeiten ist, gibt es hierfür seit geraumer Zeit Programme, die dem geplagten Studenten etwas Arbeit abnehmen.

[Quelle: Zotero]

Eines dieser Programme ist das Firefox-Plugin Zotero. Literaturrecherche findet heute zumeist am Computer und dort vor allem im Browser statt. Hier sind Metadaten zu Büchern, Artikeln und Arbeiten verborgen – in Literaturdatenbanken von öffentlichen und privaten Anbietern. Zotero macht es sich zur Aufgabe, bibliografische Informationen zu den dort verzeichneten Veröffentlichungen in die eigene »Bibliothek« aufzunehmen. Aus dieser können sie als Quellenverweise und Literaturverzeichnisse in die eigene Arbeit eingebunden weren kann.

Konkret kann dies so aussehen: Ich gebe in Googles akademischer Suchmaschine Google Scholar die Begriffe White und Gatekeeper ein, in der Ergebnisliste ist die von mir gesuchte Studie von David M. White. Ein kleines Ordnersymbol in der Adressleiste des Browsers zeigt mir an, dass Zotero in der Ergebnisliste von Google Scholar ein Literaturverzeichnis erkennt. Ein Klick auf besagten Ordner zeigt mir eine Auswahlmaske an, in der ich bestimmen kann, welche der Treffer ich in meine Bibliothek importieren will.

Ein Klick auf die Zotero-Schaltfläche in der Statusleiste des Browsers zeigt mir meine bisher »gesammelten« Quellen an. Diese können nun per Drag-and-Drop in ein Textverarbeitungsprogramm meiner Wahl eingefügt werden – sei es Word, OpenOffice oder ein E-Mail-Programm. Fertig ist das Literaturverzeichnis.

So einfach ist es leider nicht immer. Die Magie, die es Zotero erlaubt, Google Scholars Ergebnisseiten zu verstehen, muss seitenweise angepasst werden. Wirklich bequem wird es also nur, wenn die zur Recherche genutzte Website auch unterstützt wird. Glücklicherweise umfasst die Liste dieser Seiten momentan rund 370 Einträge. Sie reicht von der New York Times über Amazon und Wikipedia bis hin zu verschiedenen wissenschaftlichen Bibliothekskatalogen. Nicht immer sind die bibliografischen Angaben in den verschiedenen Verzeichnissen vollständig und korrekt. Zotero bietet jedoch die Möglichkeit, die Einträge für gefundene Quellen von Hand zu bearbeiten (oder diese gleich von Hand anzulegen).

Dem geneigten Studenten (oder dessen Professor) mag der benutzte Zitationsstil nicht völlig gleichgültig sein. Auch hier bietet Zotero eine Reihe von Möglichkeiten. Von Haus aus dabei sind beispielsweise das Zitieren nach Harvard-System. Das Zitieren nach DIN 1505 hingegen kann im Zotero-Style-Repository gefunden und mit einem Klick nachinstalliert werden.

Es lässt sich mit Zotero noch einiges mehr anstellen. Der Poweruser kann Zotero direkt per Plugin an OpenOffice oder Word anbinden und so immer den aktuellsten Stand des Quellenverzeichnisses im Dokument haben. Der aktuelle Stand der Zotero-Bibliothek lässt sich zwischen mehreren Rechnern synchronisieren, man kann also sicherstellen, dass Laptop und stationäres System immer auf demselben Stand sind. Auch Web-2.0-Features wie das gemeinsame Verwalten einer Bibliothek mit mehren Zotero-Nutzern ist möglich – also ideal für Team- und Gruppenarbeiten.

Alles in allem bietet Zotero eine schöne Hilfe für die langweiligen Teile des Studentenlebens. Am schönsten ist allerdings der Preis – im Gegensatz zu ähnlichen Portalen und Softwarelösungen ist Zotero quelloffen und absolut kostenlos.

Weitere Infos gibt es hier: Homepage von ZoteroWebsite von Zotero (Video-Tutorials)Website von Zotero (Dokumentation zur Integration von Zotero in Word/OpenOfficeWebsite von Mozilla (Add-ons-Verzeichnis)

Weitere Artikel der Reihe:

Bildschirmfoto-2010-09-13-um-20.53

Wissen warum wer was sagt

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*