Diana Rogalla (25) ist Studentin im Studiengang Medien und Information am Department Information. Ein Praxissemester ist fest in den Studienablauf integriert. Bei der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle war für Diana Rogalla ganz klar: kein Print, kein Radio, kein IT. Aber Fernsehen fand sie interessant. So landete sie unter anderem in der Redaktion der TV-Show »Mein Nachmittag« des NDR. Über ihre Erfahrungen dort sprach sie mit info-parkour.de.
Hattest Du eine konkrete Vorstellung, wie Dein Praktikum auszusehen hat?
Nein, ich hatte keine konkrete Vorstellung von meinem Praktikum. Ich wusste, ich möchte gerne mal beim Fernsehen reinschnuppern. Wie die Arbeitsabläufe, der Alltag und mein Einsatzgebiet aussehen, wusste ich allerdings nicht.
Wie hast Du Deine Recherchen angestellt, um letztlich beim NDR zu landen?
Ich mache insgesamt zwei Praktika á drei Monate, von daher bin ich auf verschiedenen Wegen zu den Firmen gekommen. Auf die Redaktion vom NDR bin ich durch die sehr umfangreiche Liste von Herrn Prof. Dr. Schmidt gekommen, die er uns irgendwann mal rumgemailt hat. Da standen viele Firmen drauf, bei denen man mit unserem Studiengang ein Praktikum absolvieren kann. Auf das zweite Praktikum bei der Markus Lanz Show bin ich durch eine Stellenausschreibung im Internet aufmerksam geworden, auf die ich mich beworben habe.
Was war ausschlaggebend für die Wahl Deiner Praktikumsstelle?
Mein Berufswunsch. Zwar habe ich noch keinen festen Berufswunsch, konnte aber zumindest einige Berufsfelder wie Print, Radio, IT-Geschichten usw. ausschließen. Dadurch habe ich mich einfach auf eventuell interessante Stellen rund um die Bereiche Fernsehen und PR beworben.
Wie wurdest Du nach Start des Praktikums in das bestehende Team integriert und kannst Du nachfolgenden Kommilitonen allgemeine Tipps für eine reibungslose Integration in ein neues Unternehmen mit auf den Weg geben?
Ich wurde gleich zu Beginn sehr gut in das NDR-Team integriert. Man muss ein selbstbewusstes und offenes Auftreten haben, damit man auch die wirklich interessanten Aufgaben bekommt. Außerdem sollte man offensiv auf die Leute zugehen, auch mal nach Jobs fragen oder sagen, was einem gut/nicht so gut gefällt und an den Konferenzen/Diskussionen aktiv teilnehmen. Dann wird man ernst genommen.
Was waren Deine Tätigkeiten/Aufgaben?
Meine Aufgaben in der Redaktion der täglichen Live-Sendungen waren sehr unterschiedlich, da die Sendung aus verschiedenen Elementen besteht. So habe ich zum Beispiel oft Filmbeiträge in der Datenbank recherchiert, bestellt, geschnitten und bei Bedarf neu getextet. Für die täglichen Live-Schaltungen (SNG’s) musste ich oft Veranstaltungen im Norden finden, Leute anrufen und planen, ob, wann und wie die Live-Schaltung abläuft. Dazu habe ich Internettexte und Anmoderationsunterlagen geschrieben. Des Weiteren gibt es eine Rubrik, in der Leute aus dem Norden in die Sendung eingeladen werden, die etwas Besonderes können oder etwas Interessantes zu erzählen haben. Die Vorbereitung und Betreuung der Gäste gehörte ebenfalls zu meinen Aufgaben, genauso wie einen Film über diese zu erstellen (Schneiden, Texten etc.) und Internettexte zu verfassen. Ansonsten gibt es zwischendurch immer wieder Rechercheaufgaben zu verschiedenen norddeutschen Themen, um den Moderatoren und Reportern Hintergrundinformationen zu liefern. Außerdem konnte ich eigene Wochengewinn-Trailer konzipieren, das heißt Material suchen, schneiden, texten und mit Musik unterlegen.
Gab es konkrete Verantwortungen, die Dir übertragen wurden? Hast Du eigene Projekte verantwortet? Wenn ja, welche und wie fühlt sich das an?
Ich habe einige eigene Projekte verantworten können. Wie eben schon erwähnt, sind das selbst organisierte und geplante Live-Schaltungen, Vorbereitung und Betreuung von Gästen und Wochengewinn-Trailer, in denen in einem kurzen Film ein Hotel vorgestellt wurde. Das waren Projekte, die ich komplett selbstständig übernommen habe und mich nur bei Schwierigkeiten an die Redakteure gewendet habe. Derartige Projekte fühlen sich natürlich sehr gut an, da man meist wirklich Herzblut hineinsteckt und stolz auf seine Arbeit und das Ergebnis sein kann. Der positive Nebeneffekt sind die Arbeitsproben, die man dadurch sammeln kann.
Hast Du Den Eindruck, dass Du aus dem Praktikum etwas mitnehmen konntest? Wenn ja, in welchen Bereichen?
Aus dem Praktikum konnte ich viel mitnehmen. Dadurch, dass es bei mir eine kleine Redaktion war und ich drei Monate dort hospitierte, konnte ich viele eigene Projekte verwirklichen und erste professionelle Erfahrungen beim Fernsehen sammeln. Mitnehmen konnte ich außerdem meine Arbeitsproben aus den Bereichen Beitragskonzeption, Planung von Live-Schaltungen, Vorbereitung und Betreuung von Gästen und die Wichtigkeit von einer guten Recherche habe ich erneut zu schätzen gelernt.
Was würdest Du anderen Studenten bei der Wahl zu einer geeigneten Praktikumsstelle empfehlen? Nach welchen Kriterien sollte man auswählen?
Man sollte sich einen Arbeitsbereich suchen, den man selbst interessant findet und der einem Spaß machen könnte. Wenn man sich noch unsicher ist, in welche Branche man genau will, rate ich dazu, zwei oder mehr Praktika im Praxissemester zu absolvieren, da meist schon sechs Wochen reichen, um einen guten Einblick in das Berufsfeld zu erhalten. Das eigene Interesse sollte das wichtigste Kriterium sein, da das Praktikum entscheidend für die Berufswahl sein kann.
Studium und Praxis. Du hast jetzt den Vergleich. Was macht Dir mehr Spaß? Studieren oder Arbeiten?
Das Studium macht mir bisher mehr Spaß. Man lernt mehr, hat abwechslungsreiche Seminare und bessere »Arbeitszeiten«. Es kann auch sehr eintönig sein, acht Stunden täglich ähnliche Aufgaben zu erledigen und in den Arbeitstrott zu verfallen, wobei man in der Praxis auch immer wieder dazulernt. Zumindest weiß man nun, nach einem halben Jahr Vollzeitarbeit, den Rest des Studiums noch viel mehr zu schätzen und ich hoffe, im Laufe meines Studiums noch eine Menge zu lernen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Weitere Infos gibt es hier: Homepage der NDR-Sendung »Mein Nachmittag«
Hallo Herr Eggert,
ich würde auch wahnsinnig gerne ein Praktikum bei Markus Lanz machen. Können Sie mir sagen als welcher Internetseite diese Stellenausschreibung stand?
MfG Julia