Verunsicherung ist zwar menschlich nachvollziehbar, führt allerdings gut und gerne zu einer sehr beschränkten Entfaltung des eigenen Potenzials. Um konstruktiv an sich selbst und der Umwelt zu arbeiten, bedarf es der Überwindung eben dieses so menschlichen Charakterzuges.
Sich überwinden, keine einfache Aufgabe. Als Erstsemestler, der ich bin, ist mir der damit verbundene emotionale wie geistige Arbeitsaufwand klar. Ebenso klar ist mir jedoch auch, dass ich es gerne möchte. Überwindung ist das Ziel. Im Vorwege ist es deshalb dienlich, herauszufinden, welche Ängste die Hemmung begründen. Was hält mich davon ab, einen Beitrag, einen Text zu verfassen und ihn den bewertenden Augen anderer zugänglich zu machen? Sind es Versagensängste – seinem eigenen Anspruch nicht Genüge zu tun? Oder ist es vielmehr die Angst, dem Anspruch Fremder nicht Genüge zu tun? Vermutlich ist es beides.
Bevor man sich daran macht, die Ängste zu überwinden, kann man sich vorher darum bemühen, sie zu minimieren – dann ist die Hürde nicht so groß. Alleine das rationale Hinterfragen dieses emotionalen Impulses kann schon hilfreich sein. Bringt es mich effektiv weiter, mich der Hemmung zu ergeben oder lässt es mich in Passivität verharren? »Ich würd‘ ja gern, aber ich trau‘ mich nicht!« hilft niemandem. Vor allem nicht mir. Nicht uns. Was allerdings weiterhilft, ist Kritik, vor allem die konstruktive Kritik anderer. Sie bedeutet die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem eigenen geistigen Produkt. Sie bietet eine Basis für das persönliche Wachstum.
Angefangen bei der Präsentation des Projektes während der OE-Woche bis hin zu den vergangenen zwei Veranstaltungen des info-parkours, durfte ich erfahren, dass die Verantwortlichen aktive Unterstützung bei der Reduktion der bereits erwähnten Ängste leisten, indem sie den Zugang zur Mitgestaltung durch Kommunikation und Austausch erleichtern. Sie reduzieren dadurch ebenso die Furcht vor negativer Kritik und heißen potenzielle Gärtner und Landschaftsarchitekten für die Gestaltung der virtuellen Parkanlagen willkommen. So unverbindlich der Ansatz bis hierhin ist, so deutlich ist der Apell doch zu vernehmen: Mach mit! Es gibt genug Leerstellen zu besetzen. An der entsprechenden Qualifikation wird im Park gemeinsam gearbeitet.
Ist es verkehrt, Eigeninitiative zu wagen? Der Einsatz beschränkt sich in erster Linie auf die Faktoren Zeit, Fleiß, Kreativität und Reflexion. Aspekte, deren Anwendung zumindest im Ansatz schon erlernt wurden – und vielleicht besser nicht verlernt werden sollten.
Was kann ein Engagement im Park für mich bedeuten? Nach dem, was ich bisher feststellen konnte, erhalte ich die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in die Hochschule, die Fakultät und deren Departments zu erlangen, sowie natürlich in den Park selbst. Ich lerne die Entscheidungsträger kennen. Dadurch bin ich in der Lage, meine Wahrnehmung, das Spektrum an Optionen zur Selbstgestaltung meines Studiums, zu erweitern, aktiv zu wirken. Ebenso bietet sich mir die Gelegenheit, weitere Bekanntschaften zu Kommilitonen zu knüpfen, unabhängig von Jahr- und Studiengang.
In der Selbstständigkeit und Praxisnähe des Projektes info-parkour sehe ich eine Chance für die Aneignung wichtiger Kompetenzen – eben jener, die für mich vermutlich später auch beruflich relevant sein werden. Diese Kompetenzen beziehen sich auf die Erarbeitung von Problemlösungen, das Koordinieren von Projekten sowie das redaktionelle Arbeiten in Hinblick auf die Erstellung von Online-Content. Ganz zu schweigen von der Erlangung so genannter Soft-Skills.
Sich auf das Spiel einzulassen, die Herausforderung anzunehmen, lohnt sich. Für mich stellt es sich so dar, dass der Mindesteinsatz sehr gering ist, der Gewinn hingegen möglicherweise enorm hoch. Sowohl für mich selbst, als auch für mein Umfeld. Die bereits gewonnene Inspiration möchte ich nicht missen, denn sie befähigt mich zu weiterem Engagement.
[Oktober 2008]