HAW

Die Geburt eines neuen Studiengangs

Veröffentlicht am 17. Mai 2009

Die zweite Sitzung des Fakultätsrats der Fakultät Design, Medien und Information (DMI) an der HAW Hamburg im Sommersemester 2009 hat die Ausschreibung einer neuen Professur für den Bereich »Games« beschlossen. Damit wird die Schaffung eines neuen Master-Studiengangs immer deutlicher. Die Berufung soll schon zum Sommersemester 2010 stattfinden, damit ein reibungsloser Übergang mit Beginn des Masters in jenem Semester beginnen kann.

Maßgeblich für die Entwicklung des neuen Studiengangs ist Gunther Rehfeld, Professor für Grafik, Bildbearbeitung und Animation am Department Medientechnik der HAW. Er ist an der Initiative GameCity Hamburg beteiligt und Organisator der im GameCity:Lab des Departments stattfindenden Ringvorlesungen zur Thematik »Games«. Prof. Rehfeld betonte, dass es sich bei den zu entwickelnden Games nicht um die oftmals gerügten »Ballerspiele«, sondern um Games mit gesellschaftlich relevanten Szenarien handeln solle.

Die neue Professur soll den Master-Studiengang maßgeblich prägen, Erfahrungen in der Fragestellung von Design und technischer Entwicklung der Games werden Kriterium in der Berufung. Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit hat Pläne, die Professur finanziell zu fördern. Die Stelle wird nach jetzigen Plänen allerdings auf zwei Jahre befristet sein, danach ist die Förderung einer Stiftungsprofessur durch die Games-Industrie eine mögliche Option.

Die Einrichtung des Berufungssauschusses war in der Diskussion im Fakultätsrat nicht unumstritten. Sehr kurzfristig waren die Pläne zur Berufung von der Dekanin auf die Tagesordnung gesetzt worden. Die vertretenden Professoren des Departments Information sahen sich in der Diskussion anfangs nicht im Stande, darüber zu entscheiden, wie notwendig die außerplanmäßige Professur bei den ausgeschöpften Personalkontingenten sei. Sie meinten, sie könnten nach der Schnelligkeit der Entwicklungen und den Risiken wegen der ungewissen Zukunft durch die Befristung nicht ihr Vertrauen in die Sache geben. Die Dekanin Prof. Dorothea Wenzel argumentierte, man müsse »den Mut haben, etwas auszuprobieren«. Zudem beruhigte sie die teilweise sehr aufgebrachten Professoren mit dem Argument, dass es »keine Kannibalisierung einzelner Departments« geben werde. »Wir können nicht sagen, was nach den zwei Jahren sein wird«, merkte der Leiter des Departments Medientechnik Prof. Dr. Nils Martini an. Entsprechend geteilt fiel auch die Abstimmung aus, nur knapp konnte der Berufungsausschuss beschlossen werden.

Der neue Master soll die Games-Branche in Hamburg fördern. Dort fehlen momentan Fachkräfte, welche qualifiziert sind, eigenständig Computerspiele zu entwickeln. Dies soll den Wissenschafts- und Medienstandort Hamburg unterstützen, mögliche Existenzgründungen der Absolventen sind erwünscht. Damit wäre der Master-Studiengang der erste seiner Art an einer staatlichen Fachhochschule. Mit dem Sommersemester 2010 könnten 20 Bachelor-Absolventen aus den Departments Medientechnik, Design und Information weitere Erfahrungen in der Entwicklung von intelligenten Computerspielen sammeln.

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