Berufstart

Keine Lust mehr aufs Studium

Veröffentlicht am 17. September 2009

Mirco Friemer ist 24 Jahre alt und studiert Medien und Information am Department Information. Das vierte Semester seines Studiums ist ein Praxissemester. 23 Wochen stehen auf dem Programm. Genügend Zeit, um praktische Erfahrungen zu sammeln, Arbeitsabläufe kennen zu lernen und sich im besten Fall ohne Druck auszuprobieren. Die besten Möglichkeiten hierfür sah Mirco beim bunkverlag, einem jungen, mittelständischen Zeitschriftenverlag aus Hamburg. Mit 30 Mitarbeitern, den Schwerpunkten Pop, Kultur, Kino, Kunst und Gegenwart sowie den Zeitschriften U_mag, kulturnews und meinKinoprogramm im Gepäck ein attraktiver Verlag. Mirco arbeitet in der Online-Redaktion und betreut die Websites Umagazine.de und kulturnews.de. Über seine Aufgaben, Arbeiten mit Herzblut und den ungewollten Weg zurück ins Studium sprach er mit info-parkour.de.

Hattest Du eine konkrete Vorstellung, wie Dein Praktikum auszusehen hat?

Nein, die Tätigkeiten wurden als »redaktionelle Arbeiten« beschrieben, die aber nicht weiter erleutert wurden.

Wie hast Du Deine Recherchen angestellt, um letztlich beim bunkverlag in der Online-Redaktion zu landen?

Der Verlag, bei dem ich Praktikant bin, publiziert ein Magazin, welches ich regelmäßig lese. Dementsprechend musste ich nicht recherchieren, da für mich klar war, dass ich dorthin möchte.

Was war ausschlaggebend für die Wahl Deiner Praktikumsstelle?

Das Magazin und die behandelten Themen deuteten darauf hin, dass es sich um einen jungen Verlag mit anspruchsvoller Zielgruppe handelt. Das wirkte für mich sehr positiv und ich stellte mir vor, dort vielseitig arbeiten zu können.

Wie wurdest Du nach Start des Praktikums in das bestehende Team integriert und kannst Du nachfolgenden Kommilitonen allgemeine Tipps für eine reibungslose Integration in ein neues Unternehmen mit auf den Weg geben?

Ich wurde sehr gut integriert, habe meinen Arbeitsplatz und feste Aufgaben zugeteilt bekommen – das war positiv. Ein offener, freundlicher und höflicher Auftritt wird immer gern gesehen. Man sollte sich nicht scheuen, Fragen zu stellen, nicht, wenn man etwas lernen möchte.

Was sind Deine Tätigkeiten/Aufgaben?

Ich arbeite in der Online-Redaktion und bin dort für den Online-Auftritt der publizierten Magazine zuständig, sprich Bilder beschneiden, News erstellen, kleine Texte schreiben. Zusätzlich gibt es Videoreihen, wo ich die Videos schneide und drehe. Interviews sind auch ein Bestandteil.

Gibt es konkrete Verantwortungen, die Dir übertragen werden? Hast Du eigene Projekte zu verantworten? Wenn ja, welche und wie fühlt sich das an?

Ja, wenn ich zeitlich nicht zurechtkomme, ist das nicht gut, da das Konzept des Magazins dann flöten geht. Ich muss mich also so weit managen, dass alles pünktlich und qualitativ verwertbar ist. Es ist schön zu sehen, wenn die von einem selbst gefertigten Dinge publiziert werden, demnach ist der Druck auch nicht allzu schlimm.

Hast Du den Eindruck, dass Du aus dem Praktikum etwas mitnehmen kannst? Wenn ja, in welchen Bereichen?

Ich bin zum Schreiben gekommen, das ist auf jeden Fall lohnenswert, da das im Studium zu kurz kam. Des Weiteren habe ich viele Bereiche kennen gelernt und positive Erfahrungen gemacht.

Was würdest Du anderen Studenten bei der Wahl zu einer geeigneten Praktikumsstelle empfehlen? Nach welchen Kriterien sollte man auswählen?

Schaut danach, was Euch interessiert und worauf Ihr Lust habt und geht nicht nur nach bezahlten Praktika. Ich wurde nicht bezahlt, habe für mich aber persönlich sehr viel mitgenommen. Ich würde aber auch empfehlen, nicht die komplette Zeit in einem Betrieb zu absolvieren, sondern das Praktikum zu splitten oder mindestens zwischen Abteilungen zu wechseln.

Studium und Praxis. Du hast jetzt den Vergleich. Was macht Dir mehr Spaß? Studieren oder Arbeiten?

Arbeiten. Es gibt mir mehr, ist aufregender und stellt mich zufrieden. Ich arbeite in einem netten Umfeld und vor allem interessieren mich die Themen, die ich bearbeite, dementsprechend opfert man gerne Herzblut – im Studium ist das seltener der Fall. Obwohl ich bestimmte Module vermisse – trotzdem: Arbeiten!

Könntest Du Dir Deinen Praktikumsplatz auch als späteren Arbeitsplatz vorstellen?

100-prozentig! Ich will so schon nicht mehr ins Studium. Wenn ich für meine gegenwärtigen Tätigkeiten irgendwann noch bezahlt werde und sie weiter ausbauen kann, ist alles bestens.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Infos gibt es hier: Homepage des bunkverlags ; Homepage von Umagazine.de ; Homepage von kulturnews.de

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