Berufstart

Fertig – und nun?

Veröffentlicht am 16. November 2009

Magdalena Malawska studierte neun Semester lang Medien und Information am Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Ein Semester davon verbrachte sie in Barcelona. Im März 2009 beendete sie ihr Studium und begab sich auf die Suche nach einem festen Job. Über ihre Erfahrungen aus den Bewerbungsgesprächen, ihre neue Tätigkeit als Volontärin und ihre Vernetzung mit Kommilitonen und Hochschule berichtet sie im Interview mit info-parkour.de.

.[Fotografie: marshi | Quelle: AboutPixel ]

Wie ist es Dir seit Deinem Studienabschluss ergangen? Konntest Du eine Stelle finden oder hast Du Dich sogar selbstständig gemacht? Was machst Du jetzt beruflich?

Nach etwa einem halben Jahr habe ich ein redaktionelles Volontariat in einem kleinen Fachzeitschriftenverlag in Hamburg angenommen.

Wie schnell hast Du einen Arbeitsplatz gefunden? Wie viele Bewerbungen musstest Du dafür schreiben, zu wie vielen Vorstellungsgesprächen wurdest Du eingeladen?

Drei Wochen nach meinem Diplom habe ich zunächst mit einem dreimonatigen Praktikum bei einer Frauenzeitschrift begonnen, da ich keinen festen Job finden konnte. Direkt danach habe ich mit meinem Volontariat angefangen. Ich habe insgesamt ca. 20 Bewerbungen geschrieben (inklusive Praktika), drei Telefoninterviews geführt und war bei sechs Vorstellungsgesprächen.

Für welche Berufsfelder hast Du Dich beworben?

Für Redaktion, PR und Verlagswesen.

Sofern Du eine Absage erhalten hast, welche Gründe wurden dafür angegeben?

Bei den schriftlichen Absagen wurden keine Gründe genannt (außer den üblichen 08/15-Floskeln). Nach den Vorstellungsgesprächen wurde mir nur eine Absage erteilt, mit der Begründung, ich sei zu »ruhig« für die Stelle (Bereich PR).

Wie bist Du auf die Stellenangebote aufmerksam geworden? Kannst Du nachfolgenden Absolventen Tipps geben, wo sie branchenspezifische Stellenangebote finden können?

Ich habe im Internet recherchiert. Außer den typischen Stellenbörsen wie Jobpilot und JobRobot kann ich folgende empfehlen: StepStonePR-JournalNewsroom und Mediabiz. Außerdem habe ich regelmäßig auf den Jobportalen der Universitäten geguckt (Stellenwerk). Im Endeffekt habe ich mein Volontariat aber ganz anders bekommen: Die ehemalige Dozentin einer Freundin hat mir die inoffizielle Stellenausschreibung weitergeleitet. Daraufhin habe ich dort angerufen und eine (weniger formale) Bewerbung eingereicht. Anschließend war ich bei zwei Vorstellungsgesprächen.

Wie hast Du Dich auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet? Welche Erfahrungen kannst Du diesbezüglich weitergeben?

Ich habe mir für jedes Vorstellungsgespräch eine Art Leitfaden gemacht. Dieser deckte folgende Punkte ab: Informationen über das Unternehmen, Gründe, warum ausgerechnet ich die Stelle bekommen sollte, Gründe, warum ich den Job unbedingt möchte, wichtige Stationen in meinem Lebenslauf, Stärken und Schwächen sowie Fragen an das Unternehmen. Ich habe durchweg gute Erfahrungen in den Bewerbungsgesprächen gemacht (bis auf eins, wo ich im Abstellraum sitzen, lange auf meine drei Gesprächspartner warten und dann jedem das Gleiche erzählen musste), sie waren oft viel lockerer als ich vorab dachte.

Waren Dein Studiengang und die damit verbundenen Lehrinhalte, sprich Deine voraussichtlichen Kompetenzen, bei den Unternehmen bekannt? Konntest Du von dem »Ruf« der Hochschule profitieren?

Ha ha ha – da kann ich nur lachen. Die Hochschule hat keinen Ruf! Niemand, aber auch wirklich niemand konnte etwas mit meinem Studiengang anfangen (die wenigsten kennen außerdem die HAW). Ich musste jedes Mal erklären, was ich eigentlich studiert habe. Im Endeffekt war das gar nicht schlecht, da ich das immer der Stelle entsprechend auslegen konnte.

Entspricht das Gehalt Deinen Vorstellungen? Wie hast Du Dich für die Gehaltsverhandlung gerüstet? Was würdest Du diesbezüglich nachfolgenden Absolventen empfehlen?

Jein. Dafür, dass ich viereinhalb Jahre studiert habe, verdiene ich doch recht wenig, vor allem verglichen mit anderen Branchen. Wiederum mit anderen Volontariatsgehältern verglichen, verdiene ich definitiv gut. Um mich über die Gehälter zu informieren, habe ich mir die Tarifverträge von Volontären und Redakteuren angesehen. Damit bin ich dann in die Verhandlungen gestartet. Daher würde ich dieses Vorgehen auch anderen Absolventen empfehlen.

Welche Vertragsform wurde Dir angeboten?

Ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag. Dann endet auch mein Volontariat.

Wie gut hat Dich das Studium auf das Berufsleben vorbereitet? Reichen die erlernten Kompetenzen aus, werden sie gefordert? Wenn nein, was fehlt?

Ich bin jetzt mal ehrlich: Meinen Job könnte ich auch ohne mein Studium machen. Um Redakteurin zu werden, muss man schreiben können. Und das habe ich sicher nicht im Studium gelernt, da es nicht auf Journalistik ausgerichtet ist.

Was stellt Dich an Deinem gegenwärtigen Arbeitsplatz zufrieden, was wünscht Du Dir für Deine Zukunft an weiteren Karrieremöglichkeiten bzw. beruflichen Herausforderungen?

Ich bin froh, dass ich überhaupt einen Job in einer Redaktion gefunden habe. Volontariate sind sehr beliebt und dementsprechend schwierig zu bekommen. Daher freue ich mich jeden Tag, das machen zu können, was ich liebe: Schreiben. Außerdem habe ich ein nettes Team um mich herum und das ist mir sehr wichtig. Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass ich auch in anderen Redaktionen Fuß fassen und viele Artikel in anderen Printmedien oder auch online veröffentlichen kann.

Wenn Du noch einmal vor der Wahl stündest, würdest Du Dich wieder für ein Studium entscheiden oder eine praktische Berufsausbildung vorziehen?

Nach meinem Diplom war ich etwas verzweifelt und habe bereut, keine Ausbildung gemacht zu haben, mit der ich etwas »Handfestes« hätte. Mit meinem »Wischi-Waschi«-Studiengang war es schwierig, einen Job zu finden. Jetzt bin ich natürlich froh, studiert zu haben, da dies eine Voraussetzung für ein Volontariat ist. Ich würde mich aber nicht noch einmal für meinen Studiengang, sondern für Journalistik oder Politikwissenschaften entscheiden.

Pflegst Du regelmäßige Beziehungen zu ehemaligen Kommilitonen oder Professoren aus Deinem Studiengang?

Ja, ich halte noch Kontakt zu einigen ehemaligen Kommilitonen, schließlich sind sie im Laufe der Studienzeit zu Freunden geworden. Mit Profs habe ich keinen Kontakt, ich wüsste auch nicht, warum. Zu meinen ehemaligen Schullehrern habe ich ja auch keinen Kontakt mehr.

Bist Du in einem Alumni-Netzwerk integriert? Wenn ja, in welchem? Kennst Du das Alumni-Netzwerk der HAW bzw. das Deines Departments?

Nein, noch nicht. Ich habe neulich eine E-Mail mit Informationen über das Alumni-Netzwerk erhalten und möchte mich demnächst dort anmelden.

Welche Angebote für Alumni nimmst Du in Anspruch? Wenn keine, warum?

Nach meinem Diplom habe ich ein Seminar des CareerService der HAW belegt. Gerne hätte ich noch mehr Kurse gemacht, aber die waren alle unglaublich schnell ausgebucht.

Wie können Alumni Deiner Ansicht nach bestmöglich durch die Hochschule unterstützt werden?

Ich glaube, dass Alumni bereits gut unterstützt werden, wenn sie dies denn möchten und auch in Anspruch nehmen. Die Seminare des CareerService müssten allerdings öfter als nur einmal im Semester angeboten werden!

Kannst Du Dir vorstellen, Deine Erfahrungen nach dem Studium an die Studenten der HAW weiterzugeben (in Form von Vorträgen, Vermittlung von Jobs und Praktika etc.)?

Ja, warum nicht?!?

Welche Gründe könnten Dich davon abhalten, in diesem Bereich tatsächlich tätig zu werden bzw. was müsste die Hochschule unternehmen, um von Deinen Erfahrungen zu profitieren?

Keine mir jetzt bekannten Gründe. Die Hochschule müsste einfach mal auf mich zugehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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